Es gibt kein Auto, das Italien besser verkörpert als der Fiat 500. Klein, charmant, unverwüstlich optimistisch. Der Cinquecento ist das Automobil gewordene Versprechen, dass das Leben schön sein kann, auch wenn der Motor nur 18 PS hat und der Kofferraum gerade groß genug für einen Laib Brot und eine Flasche Wein ist.
Zwischen 1957 und 1975 wurden rund 3,9 Millionen Fiat 500 gebaut. Dante Giacosa entwarf ein Fahrzeug, das den Italienern Mobilität brachte, so wie der VW Käfer Deutschland motorisierte und der Citroën 2CV Frankreich. Der 500 ist kein Sportwagen, kein Luxusauto, kein Statement von Reichtum oder Macht. Er ist ein Versprechen: Du kannst fahren. Du kannst frei sein. Du brauchst nicht mehr als das hier.
In Deutschland ist der Fiat 500 einer der beliebtesten Oldtimer überhaupt. Mit monatlich 1.700 Suchanfragen für „Fiat 500 Oldtimer" und wachsendem Interesse an italienischen Klassikern ist der Cinquecento ein Einstiegsmodell, das gleichermaßen Nostalgie-Sucher, Wrench Turner und junge Einsteiger anspricht.
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Die Modelle im Überblick
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Von restaurierbedürftigen 500 F bis zu fertigen 500 L in Italien und Deutschland.
Fiat Nuova 500 (1957–1960)
Das Urmodell. Luftgekühlter Zweizylinder-Heckmotor mit 479 cm³ und 13 PS (später 15 PS). Selbstmörder-Türen (hinten angeschlagen), Faltdach, minimale Ausstattung. Das ist der 500 in seiner reinsten Form und zugleich der seltenste im Sammlermarkt.
Preise: €10.000–€25.000 für gute Exemplare. Restaurierte Fahrzeuge: €25.000–€40.000.
Fiat 500 D (1960–1965)
Der D brachte den größeren 499-cm³-Motor (18 PS), konventionelle Türanschläge und ein verbessertes Faltdach. Er ist der Übergangs-Cinquecento, erkennbar an den verchromten Stoßstangen und dem markanten Fiat-Emblem auf der Front.
Der 500 D ist der Sammler-Favorit: alt genug, um charmant zu sein, und häufig genug, um noch zu finden zu sein. Preise: €8.000–€20.000 für gute Exemplare.
Fiat 500 F (1965–1972)
Das Volumenmodell, der 500, den die meisten Menschen kennen. Vorn angeschlagene Türen (endlich), überarbeitete Instrumentierung und der bewährte 499-cm³-Motor mit 18 PS. Der 500 F wurde in den größten Stückzahlen produziert und ist der am häufigsten angebotene Cinquecento auf dem Markt.
Preise: €6.000–€16.000 für gute Exemplare. Fahrbereite Fahrzeuge unter €8.000 sind noch zu finden, werden aber seltener.
Fiat 500 L (1968–1972)
L für Lusso, die luxuriöse Version. Chromleisten, gepolsterte Sitze, verchromte Stoßstangen mit Gummikeder, Teppichboden statt Gummimatten. Der 500 L ist der komfortabelste Cinquecento (im Rahmen des Möglichen) und der am besten ausgestattete.
Der 500 L ist der meistgesuchte Cinquecento im deutschen Markt. Seine Ausstattung macht ihn für den europäischen Geschmack attraktiver als den spartanischen F. Preise: €8.000–€18.000.
Fiat 500 R (1972–1975)
Die letzte Version. Der Motor wuchs auf 594 cm³ und 18 PS (wie der Fiat 126). Schwarze Kunststoff-Stoßstangen ersetzten die verchromten, ein Stilbruch, der Puristen stört. Der R ist der modernste und zugleich der am wenigsten geschätzte 500 im Sammlermarkt.
Preise: €5.000–€12.000. Der 500 R bietet den günstigsten Einstieg in die Cinquecento-Welt.
Fiat 500 Giardiniera (1960–1975)
Die Kombiversion, ein verlängerter 500 mit seitlich liegendem Motor unter dem Ladeboden und einer seitlich öffnenden Heckklappe. Die Giardiniera ist selten, charmant und bietet (für einen 500) erstaunlich viel Laderaum.
Preise: €10.000–€22.000 für gute Exemplare. Seltener als die Limousinen und bei Sammlern zunehmend gefragt.
Worauf Sie Beim Kauf Achten Müssen
Rost
Der Fiat 500 ist ein kleines Auto mit dünnem Blech. Er rostet, und zwar überall, wo Wasser stehen bleibt oder Feuchtigkeit eindringt.
Kritische Stellen:
Die Bodengruppe. Die Bodenbleche sind die strukturelle Basis des Fahrzeugs. Angehobene Fußmatten offenbaren den wahren Zustand. Durchgerostete Böden sind nicht nur ein optisches Problem, sie sind sicherheitsrelevant.
Die Schweller. Die kurzen Schweller des 500 tragen zur Steifigkeit der Karosserie bei. Schwellerkorrosion ist häufig und sollte vor dem Kauf bewertet werden.
Radläufe und Kotflügel. Besonders an den vorderen Radläufen und den unteren Kanten der Kotflügel sammelt sich Feuchtigkeit.
Türunterkanten. Die unteren drei Zentimeter jeder Tür sind Standard-Rostzonen.
Batteriekasten. Säure beschleunigt die Korrosion; prüfen Sie den Bereich um die Batterie sorgfältig.
Positiv: Reparaturbleche für den Fiat 500 sind günstig und universell verfügbar. Komplette Bodengruppen, Schweller, Kotflügel und Türbleche sind bei Spezialisten lagernd. Die Reparatur selbst fällt wegen der Größe des Fahrzeugs weniger aufwändig aus als bei größeren Klassikern.
Motor
Der luftgekühlte Zweizylinder ist mechanisch einfach und robust. Prüfen Sie:
- Kompression: Gleichmäßig auf beiden Zylindern. Niedrige Kompression deutet auf verschlissene Kolbenringe oder Ventilsitze hin.
- Ölverlust: Ventildeckel, Kurbelwellendichtungen, Ölwannendichtung. Undichtigkeiten sind häufig und in der Regel einfach zu beheben.
- Kühlluft: Das Gebläse muss frei drehen und ausreichend Luft über die Zylinderrippen fördern. Ein defektes oder blockiertes Gebläse führt zur Überhitzung.
Motorüberholungen sind mit €800–€2.000 vergleichsweise günstig.
Getriebe
Das unsynchronisierte (frühe Modelle) oder teilsynchronisierte (spätere Modelle) Vierganggetriebe erfordert etwas Übung. Das berühmte „Fiat-500-Schaltschema", bei dem unsynchronisierte Gänge Zwischengas verlangen, ist Teil des Erlebnisses.
Prüfen Sie auf Geräusche (Lager), Schaltwiderstand und sauberes Einrasten aller Gänge.
Elektrik
Minimalste Elektrik, und trotzdem fehlerbehaftet. Lichtmaschine (oder Gleichstrom-Dynamo bei frühen Modellen), Regler, Kabelbaum. Ein neuer Kabelbaum kostet €100–€200 und kann die Lösung für zahlreiche mysteriöse Fehler sein.
Kaufen in Italien oder in Deutschland?
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Dokumentieren Sie Ihren Fiat 500, verfolgen Sie den Wert und präsentieren Sie ihn anderen Sammlern.
Italien
Italien ist das Herkunftsland und das beste Jagdrevier für rostfreie Cinquecento. Der mediterrane Klimavorteil gilt besonders für den 500: ein Fahrzeug mit so dünnem Blech profitiert enorm von trockener Lagerung. Italienische 500er kosten typischerweise 20–30% weniger als vergleichbare deutsche Angebote und haben oft deutlich weniger Rost.
Allerdings: Sonnenschäden (ausgeblichene Lacke, rissige Armaturenbretter, versprödte Gummis) und weniger dokumentierte Wartungshistorien als bei deutschen Fahrzeugen sind häufig.
Deutschland
Deutsche Fiat 500 Oldtimer profitieren von der H-Kennzeichen-Kultur: dokumentierte Wartung, regelmäßige TÜV-Prüfungen, und oft ein Besitzer, der das Fahrzeug seit Jahrzehnten pflegt. Die Preise sind höher als in Italien, aber die Dokumentation und der Gesamtzustand sind oft besser.
Unsere Empfehlung: Für einen rostfreien Cinquecento als Restaurierungsbasis in Italien kaufen. Für ein fahrbereites, dokumentiertes Fahrzeug in Deutschland suchen. Für die größte Auswahl auf Carseto über beide Märkte hinweg suchen.
Laufende Kosten
Der Fiat 500 ist einer der günstigsten Oldtimer im Unterhalt. Die Mechanik ist simpel, Ersatzteile sind billig, und der Kraftstoffverbrauch ist vernachlässigbar (4–6 Liter/100 km).
Jährliche Kosten (geschätzt):
- Kfz-Steuer (H-Kennzeichen): €191
- Versicherung (H-Kennzeichen): €80–€200
- Wartung und Verschleißteile: €200–€500
- Gesamt: €470–€890 pro Jahr
Wenige Oldtimer bieten so viel Charme für so wenig Geld.
Häufig Gestellte Fragen
Wie viel kostet ein Fiat 500 Oldtimer? Fiat 500 R (günstigster Einstieg): €5.000–€12.000. Fiat 500 F: €6.000–€16.000. Fiat 500 L: €8.000–€18.000. Fiat 500 D: €8.000–€20.000. Nuova 500: €10.000–€25.000. Giardiniera: €10.000–€22.000.
Welches Modell soll ich kaufen? Für den Einstieg: den 500 F (am häufigsten, am günstigsten). Für den besten Kompromiss: den 500 L (besser ausgestattet, beliebter). Für Sammler: den 500 D oder die Nuova 500. Für den praktischen Einsatz: die Giardiniera.
Ist der Fiat 500 alltagstauglich? Im modernen Straßenverkehr nur bedingt. 18 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 95 km/h machen Autobahnfahrten unmöglich und Überlandfahrten zu einem Abenteuer. In der Stadt und auf Landstraßen ist der 500 dagegen perfekt und macht jeden Meter zur Freude.
Rostet der Fiat 500 stark? Ja. Dünnes Blech, keine Verzinkung, minimaler Korrosionsschutz ab Werk. Inspizieren Sie Bodengruppe, Schweller und Radläufe sorgfältig. Reparaturbleche sind günstig und weit verbreitet.
Dolce Vita, Vierhundertneunundneunzig Kubikzentimeter
Der Fiat 500 ist kein vernünftiges Auto. Er ist langsam, eng, laut, und im deutschen Winter eine Zumutung. Aber er kann mit 18 PS mehr Freude bereiten als die meisten modernen Sportwagen mit 400, weil jeder Meter im Cinquecento ein bewusster, gefühlter, erlebter Meter ist.
Es gibt keinen günstigeren, keinen charmanteren, keinen authentischeren Einstieg in die Welt der italienischen Oldtimer. Und wenn die Sonne scheint und das Faltdach offen ist und der kleine Zweizylinder hinter Ihnen tickert, dann verstehen Sie, warum die Italiener dieses Auto lieben. Und warum Sie es auch tun werden.
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